Seit 1905 baut Carrière d’Arvel das Gestein der Monts d’Arvel ab und gewinnt silikatischen Kalkstein, der die Herstellung von hochwertigen Eisenbahnschotter ermöglicht. Dabei legt das Traditionsunternehmen großen Wert auf einen möglichst nachhaltigen Abbau. Staub und Lärm sollen die Umwelt nicht belasten. Auf der Suche nach einer neuen Rangierlösung für den Transport auf dem Steinbruchgelände lag der Fokus deshalb auf einer emissionsfreien, zukunftsfähigen Technik: „Aufgrund einer Steigung von 10 Promille schaffte unsere bisherige Diesel-Streckenlok häufig den Verschub der zehn Güterwaggons mit rund 1.000 Tonnen Gestein nicht und benötigte dann Unterstützung durch eine zweite Lokomotive. Außerdem verbrauchte sie natürlich auch im Leerlauf Diesel und erzeugte Emissionen. Wir waren deshalb auf der Suche nach einer nachhaltigeren und zugleich leistungsstärkeren Alternative“, berichtet Nicolas Teillon, Leiter Verwaltung und Material bei Carrière d’Arvel.
Zum Einsatz kommt ein batteriebetriebener Rangier-Robot Pro BR 150 von Vollert. Auf der mehrere hundert Meter langen Strecke vom Steinbruch zur Sortieranlage überwindet er mühelos die Steigung von 10 ‰ und erreicht bei Leefahrten Geschwindigkeiten bis 10 km/h. Je nach Aufgabe und individuellem Strecken-Profil wählen die Spezialisten von Vollert immer die passende Maschine. Die raue Umgebung mit Staub, Schotter und hoher Luftfeuchtigkeit aufgrund der Nähe zum Genfer See sind dank der robusten Technik kein Problem. „Der Rangierbetrieb erfordert ein häufiges, sanftes Anfahren, den gezielten Verschub um nur wenige Meter und teils lange Ruhezeiten“, erläutert Michael Spohn, Projektleiter Vertrieb im Bereich Rangiersysteme von Vollert. „Unsere autarken Rangierfahrzeuge sind dafür optimal ausgelegt – im Gegensatz zu Streckenloks. Und gerade die E-Antriebe punkten durch ihren sparsamen und emissionsfreien Betrieb.“ Die kurze Bauweise der Kabine des Pro BR 150 erlaubt zudem eine freie Sicht in beide Fahrtrichtungen und damit den Betrieb mit nur einem Fahrer.
Rangieren im Innen- und Außenbereich
Ein abgasfreier nachhaltiger Betrieb stand auch beim EMW Stahl-Service-Center im Vordergrund der Entscheidung für einen Vollert-Robot. Das Unternehmen der SCHÄFER WERKE Gruppe verfolgt aus unterschiedlichen Gründen die Rückverlagerung vom Lkw-Transport auf die Schiene: „Der Transport per Bahn ist nachhaltiger, aber auch zuverlässiger als Lkw oder Schiff, denn die Bahn fährt auch bei Niedrigwasser und bei Verkehrsengpässen“, erklärt Jens Müller, Logistikleiter der EMW. „Unser Logistik-Konzept sieht die Verlagerung von 18.000 Lkw-Fahrten pro Jahr vor. Dank der Batterie-Lösung von Vollert ist dies emissionsfrei auf unserem gesamten Betriebsgelände drinnen und draußen möglich.“ Der Vollert-Robot Pro Tandem BR 170 übernimmt eine zentrale Rolle im Materialtransport bis zum Bahnanschlussgleis am neu geschaffenen Zentrallager in Siegen-Weidenau. Täglich können rund 4.000 Tonnen Güter just-in-time per Bahn an den Haupt- und Produktionsstandort in Neunkirchen geliefert werden – ein deutliches Plus für die Region und Umwelt. Das Coil-Lager bietet eine Kapazität von 100.000 Tonnen Stahlfeinblech.
Molly arbeitet ohne Pause
„Molly“, wie der neue Rangier-Robot liebevoll bei EMW getauft wurde, erlaubt eine Arbeitszeit von 16 Stunden ohne Zwischenladen. Dazu verfügt der Batteriewagen des Tandem-Robot über fünf Batterien à 120 Volt und damit 600 Volt Betriebsspannung. „Dadurch ist es uns möglich, gängige und damit kostengünstigere Industrietechnik bei den Motoren und Umrichtern zu verwenden“, erklärt Christian Langner, Projektleiter von Vollert. Dank der Zwei-Wagen-Tandemlösung verzichtet Vollert zudem auf teure Drehgestelle und bringt mit vier Achsen genügend Kraft auf die Schiene für 900 Tonnen Zuglast und eine Steigung von bis zu 11 Promille. „Mit unserer Molly haben wir eine äußerst leistungsfähige, sehr flexible und zukunftssichere Rangierlösung gefunden, die noch dazu einfach in der Handhabung ist“, betont Logistikleiter Jens Müller. Denn auch die Mitarbeitenden der KSW Kreisbahn Siegen-Wittgenstein, dem langjährigen Rangierdienstleister von EMW, sind mit der simplen und einfachen Bedienung sehr zufrieden. Dank der Fernbedienung des Vollert-Robot können Fahrten mit dem BR 170 sowohl aus dem Fahrstand als auch begleitend neben der Strecke mit optimaler Sicht gesteuert werden.
