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Hin und weg – Conti tauscht 75 m Teststrecke in wenigen Minuten

Mehr als 100 Tonnen schwer und 75 m lang sind die austauschbaren Fahrbahnkassetten in der ersten vollklimatisierten Indoor-Reifentestanlage der Welt von Continental. Der Reifenhersteller kann damit 100.000 Bremstests pro Jahr auf bis zu fünf verschiedenen Straßenbelägen trocken und nass durchführen. Vollert entwickelte die Technik für den schnellen Austausch der Wechselfahrbahnen.

Auf dem Contidrom nördlich von Hannover hat der Reifenhersteller Continental die weltweit erste vollautomatische, wetterunabhängige Indoor-Reifentestanlage in Betrieb genommen. In einer 300 m langen, vollklimatisierten Halle wird dazu ein unbemanntes Fahrzeug über einen Linearantrieb ähnlich wie bei einer Achterbahn auf einer Strecke von 100 m auf bis zu 120 km/h beschleunigt und dann auf auswechselbaren Straßenoberflächen vollautomatisch abgebremst. Dabei können die Fahrbahnbeläge mit trockener und nasser Oberfläche getestet werden. Im Vergleich zu den bisher üblichen Outdoor-Tests wird dadurch die Reproduzierbarkeit der Testreihen erheblich verbessert. Continental kann nun als erster Reifenhersteller seine Tests unabhängig von der Witterung das ganze Jahr über an einem einzigen Standort durchführen.

75 m Fahrbahn millimetergenau verschieben

Vollert Anlagenbau entwickelte für dieses weltweit einzigartige Projekt die austauschbaren Fahrbahnen. Die Herausforderung für die Weinsberger Intralogistikspezialisten bestand darin, die über 100 Tonnen schweren, 3,7 m breiten und 75 m langen Belagstrecken in der Querfahrt absolut parallel und millimetergenau zu bewegen. "Das ist nicht ganz trivial, denn da kommt schon ein Stückchen Straße angefahren und die Abweichung darf maximal +/-1 mm betragen", berichtet Projektleiter Jürgen Hesselbarth von Vollert. Sieben frequenzgeregelte Querhubwagen fahren dazu lasergesteuert parallel unter die Fahrbahnkassette, heben sie hydraulisch an, bewegen sie mit 0,3 m/s an die gewünschte neue Position und setzen sie auf Rollenböcken ab. Die Laser messen dabei jeweils die exakte Entfernung zur Wand und regulieren den Abstand kontinuierlich. Per Reibrad erfolgt dann die Längsfahrt entlang der Teststrecke zu den Pufferplätzen. Insgesamt sorgen 14 Querhubwagen, 420 Rollenböcke und 56 Reibradantriebe für den Transport. Der Austausch einer Teststrecke benötigt so lediglich 10 bis 15 Minuten. Danach steht die Anlage wieder für Testfahrten zur Verfügung. Um eine gleichmäßige Abnutzung der Fahrbahnbeläge zu gewährleisten, können die Kassetten von der Mittelposition um 200 mm nach rechts und links versetzt werden. Zusätzlich zur Indoor-Teststrecke versorgt die Vollert-Intralogistik auch eine weitere Teststrecke im Außenbereich. Die Auswahl an unterschiedlichen Straßenbelägen soll sukzessive um weitere Varianten erweitert werden.

Ganzjähriger 24-Stunden-Betrieb

Mit der neuen Testanlage kann Continental in Zukunft einen ganzjährigen 24-Stunden-Betrieb durchführen. Bisher waren im Winter auf dem Contidrom kaum Tests möglich. Nun können beliebig viele Testfahrten unter immer gleichen Bedingungen durchgeführt werden.

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