Portal- und Halbportal-Krane
für Schwerlast-Transporte
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Portalkransysteme für schwere Lasten

Wenn Brückenträger-Krane an bauliche Grenzen stoßen: Portal- und Halbportalkransysteme von Vollert ermöglichen präzises Schwerlast-Handling ohne Hallentragwerk – bodengeführt, prozessintegriert im Lastbereich von von 2 bis 50 Tonnen.

Auf die Anwendung abgestimmte Kransysteme

Nicht jede Produktions- oder Logistikumgebung erlaubt den Einsatz klassischer Brückenkransysteme. Wo kein geeignetes Hallentragwerk vorhanden ist, bieten Portal- und Halbportalkransysteme die technisch überlegene Alternative. Sie verfahren selbständig auf bodenverlegten Laufschienen und schaffen damit Bewegungsfreiheit in der dritten Dimension – unabhängig von der Gebäudestruktur.

Vollert entwickelt und realisiert Portal- und Halbportalkransysteme als integrierte Prozesslösungen: abgestimmt auf Lastprofile, Taktanforderungen, Umgebungsbedingungen und Schnittstellen zu angrenzenden Produktions- oder Logistikprozessen.

Beim Portalkran laufen beide Seiten des Krans auf im Boden verlegten Laufschienen. Das System ist vollständig autark von der Gebäudestruktur und damit besonders geeignet für Freilagerbereiche, Außenanlagen oder Hallen, in denen kein nutzbares Tragwerk vorhanden ist. Die Spurweite, Hubhöhe und Tragfähigkeit werden projektspezifisch ausgelegt – von kompakten Systemen für Werkstückhandling bis hin zu großen Portalen für den Schwerlast-Güterumschlag.

Der Halbportalkran kombiniert eine bodengeführte Seite mit einer Führungsseite, die an einen vorhandenen Stahlbau – etwa eine Hallenwand, eine Stützkonstruktion oder ein bestehendes Kranbahnprofil – angebunden wird. Diese Bauweise ist wirtschaftlich besonders attraktiv, wenn eine geeignete Anschlussstruktur bereits vorhanden ist. Gleichzeitig bleibt die bodenfahrende Seite frei zugänglich, was Be- und Entladevorgänge mit Fahrzeugen oder Flurförderzeugen ohne Einschränkung ermöglicht.

Automatisierung und Steuerungsintegration

Beide Systeme können vollautomatisch betrieben werden. Vollert integriert Portal- und Halbportalkrane in übergeordnete Steuerungsarchitekturen – von einfachen SPS-Lösungen bis hin zu vollständig vernetzten Materialflussrechnern mit Schnittstellen zu WMS, MES oder Produktionsleitsystemen. Positioniergenauigkeit, Kollisionsschutz, Diagnosefähigkeit und Fernwartungszugang sind dabei keine Optionen, sondern Bestandteil der Systemauslegung.

Wo Portalkrane ihre Anwendung finden

Die Stärke von Portal- und Halbportalkransystemen zeigt sich besonders in Anwendungen, die hohe Lasten, anspruchsvolle Prozessumgebungen und spezifische Zugänglichkeitsanforderungen kombinieren. Drei Einsatzfelder stehen dabei im Vordergrund.

BE- UND ENTLADUNG VON SCHWERLASTGÜTERN

Als Be- und Entladekran ermöglicht der Halbportalkran den direkten Zugang für LKW, Bahnwaggons oder andere Transportmittel auf der bodenfahrenden Seite. Gleichzeitig übernimmt der Kran das Handling schwerer Güter – von Stahlcoils über Betonfertigteile bis hin zu Maschinenbaugruppen – mit hoher Wiederholgenauigkeit und ohne Beeinträchtigung des Fahrverkehrs. Diese Kombination aus Zugänglichkeit und Tragfähigkeit ist mit anderen Kransystemen kaum wirtschaftlich darstellbar.

OBERFLÄCHENBEHANDLUNG UND LACKIERANLAGEN

In Tauchlackier-, Vorbehandlungs- und Beschichtungsanlagen müssen Werkstücke – oft großformatige Karosserieteile, Nutzfahrzeugkomponenten oder Industriebauteile – präzise in Becken abgesenkt, durch Behandlungszonen geführt und wieder entnommen werden. Portalkransysteme übernehmen hier nicht nur den Transport, sondern sind aktiver Teil des Prozesses: mit definierten Eintauchtiefen, Verweilzeiten, Bewegungsprofilen und vollautomatischer Steuerung. Die Prozessmedien stellen dabei besondere Anforderungen an Korrosionsschutz, Abdichtung und Wartungszugänglichkeit.

Portalkrane haben eigene Systemlogik

Portal- und Halbportalkransysteme sind keine vereinfachten Brückenkrane. Sie folgen einer eigenen konstruktiven und betrieblichen Logik, die sich aus den spezifischen Anforderungen ihrer Einsatzumgebungen ergibt. Wer diese Systeme nur als „Kran ohne Halle" betrachtet, unterschätzt die Komplexität, die mit bodengeführten Schwerlastsystemen verbunden ist.

Die Lasteinleitung erfolgt nicht über ein Hallentragwerk, sondern direkt in den Boden. Das stellt besondere Anforderungen an Fundamentplanung, Schienenverlegung, Toleranzen und Langzeitstabilität – gerade bei Lasten im Bereich von 10, 20 oder 50 Tonnen. Gleichzeitig müssen Portalkransysteme in vielen Anwendungen mit Außenwitterung, Prozessmedien wie Lacken oder Säuren, engen Taktzeiten oder vollautomatischen Steuerungsarchitekturen umgehen können.

Hinzu kommt die Frage der Systemintegration: Portal- und Halbportalkrane sind selten Einzelgeräte. Sie sind Teil eines größeren Materialflusses – als Be- und Entladekran, als Prozesshandling-System in Oberflächenbehandlungsanlagen oder als automatisierter Transportknoten zwischen Produktionsbereichen. Genau diese Einbettung in den Gesamtprozess entscheidet über den tatsächlichen Mehrwert.

Systemauslegung

Ein Portal- oder Halbportalkransystem ist kein Katalogprodukt. Die Systemauslegung beginnt mit einer genauen Analyse der Anforderungen – und diese Analyse entscheidet maßgeblich über Wirtschaftlichkeit, Verfügbarkeit und Betriebssicherheit der späteren Anlage.

Entscheidend sind zunächst die Lastparameter: Tragfähigkeit, Schwerpunktlage, Lastgeometrie und Handhabungsanforderungen (Heben, Senken, Positionieren, Kippen). Daraus ergibt sich die Grundkonstruktion des Portals, die Auslegung von Hubwerk, Fahrwerk und Kranträger sowie die Wahl geeigneter Lastaufnahmemittel.

Ebenso wichtig sind die Umgebungsbedingungen: Innen- oder Außeneinsatz, Prozessmedien, Temperaturbereiche, Staubbelastung oderExplosionsschutzanforderungen . Diese Parameter beeinflussen Materialwahl, Oberflächenschutz, Dichtungskonzepte und die Auslegung der Elektrik und Steuerung.

Schließlich müssen Schnittstellen und Betriebslogik von Anfang an mitgedacht werden: Wie wird der Kran in den Materialfluss eingebunden? Welche Signale kommen aus der Produktionssteuerung? Wie werden Wartung und Inspektion im laufenden Betrieb sichergestellt? Vollert beantwortet diese Fragen nicht erst in der Detailplanung, sondern bereits im Konzeptstadium – weil genau dort die wesentlichen Weichen gestellt werden.

Häufige Fragen

Schwerlast-Intralogistikprojekte sind immer individuell. Unterschiedliche Lasten, Materialeigenschaften, Produktionsprozesse und Platzverhältnisse erfordern maßgeschneiderte Lösungen. Entsprechend entstehen bereits in der frühen Projektphase zahlreiche Herausforderungen. Nachfolgend beantworten unsere Experten die häufigsten Fragen aus der Praxis zu Schwerlast-Portalkranen – basierend auf jahrzehntelanger Erfahrung mit automatisierten Lösungen für verschiedenste Industrien.

Der wesentliche Unterschied liegt in der Konstruktion und Lastabtragung. Ein Brückenkran ist an der Hallenkonstruktion aufgehängt und leitet seine Lasten über das Gebäudetragwerk ab. Ein Portalkran dagegen steht auf eigenen Stützen und verfährt auf bodenverlegten Schienen. Dadurch arbeitet er unabhängig von der Hallenstatik und kann sowohl innerhalb von Gebäuden als auch im Außenbereich eingesetzt werden. Portalkrane eignen sich besonders für Anwendungen ohne ausreichend tragfähige Hallenkonstruktion oder überall dort, wo große Arbeitsbereiche, freie Zugänglichkeit und flexible Materialflüsse erforderlich sind.

Vollert entwickelt Portal- und Halbportalkransysteme für Traglasten von etwa 2 bis 50 Tonnen, in speziellen Anwendungen auch darüber hinaus. Die Auslegung erfolgt stets individuell auf Basis der jeweiligen Anforderungen. Berücksichtigt werden unter anderem Lastgewicht, Werkstückgeometrie, Umschlagleistung, Taktzeiten, Positioniergenauigkeit sowie die Betriebs- und Umgebungsbedingungen. Statt standardisierter Traglastklassen entstehen maßgeschneiderte Kransysteme, die optimal in den Materialfluss integriert sind und auch bei hohen Lasten eine sichere, wirtschaftliche und präzise Handhabung gewährleisten.

Ja. Vollert integriert Portal- und Halbportalkransysteme vollständig in automatisierte Materialfluss- und Produktionsprozesse. Die Krane werden mit leistungsfähigen Steuerungssystemen ausgestattet und an übergeordnete Lagerverwaltungs-, Produktions- oder Leitsysteme angebunden. Funktionen wie hochpräzise Positionierung, automatische Fahr- und Hubbewegungen, Kollisionsschutz, Zustandsüberwachung, Ferndiagnose und Fernwartung sind von Beginn an Bestandteil der Systemarchitektur. Dadurch entstehen leistungsfähige Automatik-Kransysteme mit hoher Prozesssicherheit, reproduzierbaren Abläufen und maximaler Anlagenverfügbarkeit.

Da sämtliche Lasten eines Portalkrans über die Fahrwerke in den Boden eingeleitet werden, kommt der Fundament- und Schienenplanung eine besondere Bedeutung zu. Bereits in der Konzeptphase analysiert Vollert die Bodentragfähigkeit, das Setzungsverhalten des Untergrunds, zulässige Toleranzen sowie die langfristige Stabilität der Fahrbahn. Darüber hinaus werden dynamische Belastungen aus Beschleunigungs- und Bremsvorgängen berücksichtigt. In enger Abstimmung mit Bauplanung und Statik entsteht so eine dauerhaft sichere und präzise Infrastruktur für einen zuverlässigen Betrieb des Kransystems.

Während klassische Kranhersteller überwiegend standardisierte Krane mit begrenzten Anpassungsmöglichkeiten anbieten, entwickelt Vollert Portal- und Halbportalkransysteme als Bestandteil einer ganzheitlichen Intralogistiklösung. Lastaufnahmemittel wie Traversen, Greifer oder Sonderwerkzeuge werden ebenso individuell ausgelegt wie Fördertechnik, Steuerung und Automatisierung. Ziel ist nicht nur das Heben und Transportieren schwerer Lasten, sondern die optimale Integration in den gesamten Materialfluss. Dadurch entstehen leistungsfähige Gesamtsysteme mit hoher Prozesssicherheit, kurzen Taktzeiten und einer langfristig wirtschaftlichen Anlagenperformance.

Ihr Ansprechpartner

Bastian  Binnig

Senior Sales Manager

Telefon: +49 7134 52 464

E-Mail: bastian.binnigvollert.de