Die Auswahl der passenden
Antriebstechnologie
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Die Auswahl der passenden
Antriebstechnologie

Der Antrieb im Rangierprozess

Bei der Auswahl der passenden Rangierlösung sollten zu Beginn die Rahmenbedingungen wie beispielsweise Einsatzland, Klima und weitere örtliche Besonderheiten geklärt werden. Ganz entscheidend sind hier die Antworten auf die W-Fragen, was wird verladen, entladen oder rangiert? Wie viel beziehungsweise mit welchen Tonnagen ist zu rechnen? Wie gestaltet sich der betriebliche Ablauf, wo und natürlich auch wann? 

 

Rangiertechnik für jeden Anwendungsfall

Anhand dieser Schlüsselfaktoren lassen sich die Leistungsanforderungen an die zu planende Rangiertechnik ermitteln. Es steht fest, kein Kunde hat hier gleiche Anforderungen. Diese müssen speziell im Einzelfall ermittelt und bewältigt werden. Zum Beispiel dürfen in Raffinerien die ATEX-Zonen, also die Bereiche, wo explosionsgeschützte Komponenten zum Einsatz kommen, nicht vernachlässigt werden.

Antriebstechnologien - Ein Vergleich

Bevor wir die einzelnen Antriebstechnologien betrachten, schauen wir auf einen interessanten Trend, der gerade im letzten Jahrzehnt stark an Bedeutung gewonnen hat, konkret die Nachfrage nach emissionsarmen und umweltschonenden Antriebssystemen. Die Gründe hierfür sind unter anderem immer höhere gesetzliche Auflagen und Normen gerade in der Abgastechnologie von Dieselmotoren sowie ein generell gestiegenes Umweltbewusstsein. Ein weiterer Punkt sind aber auch wartungsarme Technologien, um Kosten zu reduzieren und um Aspekten der Nachhaltigkeit gerecht zu werden. 

Jedoch besteht gerade in der Antriebsauslegung die Notwendigkeit, dass alle Komponenten ganzheitlich betrachtet werden müssen. Wann amortisiert sich beispielsweise eine Antriebsbatterie, angefangen von der Herstellung bis hin zum Recycling gegenüber einem Dieselmotor? Der Trend ist gleichzeitig eine große Herausforderung für intelligente Hybridsysteme, denn die prozentualen Verhältnisse mehrere Antriebstechniken sollten kundenspezifisch abgestimmt werden.

Klassisch: Der Diesel-Antrieb

Beim Dieselantrieb wird die im Kraftstoff gespeicherte chemische Energie in mehreren Stufen umgewandelt: Zunächst entsteht im Verbrennungsprozess thermische Energie, die in mechanische Energie an der Kurbelwelle überführt und anschließend über einen Generator in elektrische Energie umgewandelt wird. Moderne Rangierfahrzeuge können dabei mit Stromerzeugern auf unterschiedlichen Spannungsniveaus ausgestattet werden und lassen sich so flexibel an verschiedene Anforderungen anpassen.

Ein wesentlicher Vorteil des Dieselantriebs liegt in seiner hohen Verfügbarkeit. Fahrzeuge sind unabhängig von externer Energieinfrastruktur einsetzbar und erreichen große Antriebsleistungen direkt vor Ort. Stillstandszeiten entstehen im Wesentlichen nur durch Betankung oder planmäßige Wartung – ein entscheidender Faktor für zuverlässige Rangierprozesse.

Trotz erheblicher Fortschritte in der Abgasnachbehandlung bleibt ein vollständig emissionsfreier Betrieb jedoch nicht möglich. Zudem zählen ein vergleichsweise geringer Wirkungsgrad, höhere Betriebs- und Wartungskosten sowie der Aufwand für die Bereitstellung von Tankinfrastruktur zu den Nachteilen dieses Antriebskonzepts.

Emissionsfrei: Der Elektro-Antrieb

Der batterieelektrische Antrieb bietet eine überzeugende Alternative zum klassischen Dieselantrieb und gleicht viele seiner Nachteile aus. Er ermöglicht einen lokal emissionsfreien Betrieb und zeichnet sich durch einen vergleichsweise geringen Wartungsaufwand aus. Auch Fahrzeuge mit Batterieantrieb können sich autark auf Anschlussgleisen bewegen und sind somit unabhängig von externer Energieversorgung im laufenden Betrieb.

Allerdings ist die Einsatzdauer durch die verfügbare Batteriekapazität begrenzt. In der Praxis lässt sich in der Regel ein Zwei-Schicht-Betrieb realisieren, bevor eine Ladepause erforderlich wird. Die Ladezeit beträgt dabei etwa acht Stunden. Zudem hängt die Lebensdauer der Batterie maßgeblich von der Anzahl der Ladezyklen ab – Batterien unterliegen einem natürlichen Alterungsprozess, können jedoch am Ende ihres Lebenszyklus recycelt werden.

Für den Betrieb ist stets eine geeignete Ladeinfrastruktur erforderlich. Der entsprechende Ladeplatz muss so eingeplant werden, dass er den übrigen Rangierbetrieb nicht beeinträchtigt. 

Gerade in der Industrie werden heute Lithium-Eisen-Batterien immer beliebter, weil Sicherheit, Zyklenfestigkeit und Zuverlässigkeit oft wichtiger sind als maximale Energiedichte. Die Spannung bleibt über lange Zeit stabil. Geräte oder Fahrzeuge liefern dadurch gleichmäßige Leistung, auch bei niedrigem Ladezustand. Sie sind thermisch deutlich stabiler und weniger brandanfällig und zudem robust gegenüber Tiefentladung und häufigen Ladezyklen und benötigen weniger Pflege.

 

Robust: Der Kabeltrommel-Antrieb

Beim Kabeltrommel-Antrieb erfolgt die Energieversorgung über eine mitgeführte, auf- und abwickelbare Leitung. Das Funktionsprinzip lässt sich anschaulich mit einem kabelgebundenen Haushaltsgerät vergleichen: Die Leitung steht permanent unter Zug und wird über eine Trommel automatisch nachgeführt – unabhängig davon, ob sich das Fahrzeug von der Einspeisestelle entfernt oder wieder auf sie zubewegt.

Wie beim Batterieantrieb ermöglicht auch dieses Konzept einen lokal emissionsfreien Betrieb bei gleichzeitig geringem Wartungsaufwand. Neben der reinen Energieübertragung bietet die Leitung zusätzliche Vorteile: So können beispielsweise Signal- und Videodaten über integrierte Lichtwellenleiter mitgeführt werden. Dadurch lassen sich alternative Übertragungswege, etwa per Funk, reduzieren oder vollständig vermeiden.

Den Vorteilen stehen jedoch auch Einschränkungen gegenüber. Die Rangierlänge ist durch die verfügbare Leitung begrenzt, und die Leitungsführung – insbesondere über Weichen – kann den Betriebsablauf beeinflussen. In bestimmten Situationen kann die abgelegte Leitung andere Schienenfahrzeuge behindern. Zudem sind dem System physikalische Grenzen gesetzt: Für höhere Antriebsleistungen spielen insbesondere der Leitungsquerschnitt und die maximale Leitungslänge eine entscheidende Rolle.

2 in 1: Der Hybrid-Antrieb

Der Hybridantrieb kombiniert zwei unterschiedliche Antriebstechnologien miteinander, um deren jeweilige Stärken optimal zu nutzen. Dabei können sowohl verschiedene Systeme – etwa Diesel- und Elektroantrieb – als auch zwei gleichartige, kleinere Einheiten zum Einsatz kommen. Durch diese intelligente Kombination lässt sich die Energie effizienter einsetzen und beispielsweise Blindleistung deutlich reduzieren.

Bei hohem Leistungsbedarf können beide Systeme parallel arbeiten und den Antriebsstrang gleichzeitig versorgen. Gleichzeitig ermöglicht der Hybridbetrieb eine flexiblere Nutzung der einzelnen Komponenten, wodurch sich deren Betriebsstunden reduzieren und die Lebensdauer potenziell verlängern lässt.

Dem stehen jedoch auch höhere Anforderungen gegenüber: Die zusätzliche Technik führt in der Regel zu höheren Investitionskosten sowie zu einem gesteigerten Wartungsaufwand. Zudem sind leistungsfähige und individuell abgestimmte Energiemanagementsysteme erforderlich, um die Energieflüsse optimal zu steuern und die Vorteile des Hybridantriebs voll auszuschöpfen.

Ihr Ansprechpartner

Christian  Langner

Senior Sales Manager

Telefon: +49 7134 52 139

E-Mail: christian.langnervollert.de